Krisenfest: Milliardendeals für Mörder


ein afrikanischer Kindersoldat mit Waffe

Eine Meldung in der FAZ, September 2009: „Ishmasch“ – eine berühmte russische Waffenschmiede – werde wegen der Auswirkungen der Finanzkrise 2008 bald pleite sein. „Ishmasch“ wurde nach dem II. Weltkrieg berühmt, weil sie Michail Kalaschnikows Sturmgewehr AK 47 massenhaft herstellte und weltweit vertrieb. Konstrukteure aus Adolf Hitlers Waffenschmieden z. B. in meiner Heimatstadt Suhl lieferten das Know How zur Serienfertigung.

Dass heute schätzungsweise fast 100 Millionen dieser Mordinstrumente auf allen Kriegsschauplätzen, in allen Terrorcamps und Piratennestern unterwegs sind, ist freilich auch den zahllosen Lizenz- und Nachbauten zuzuschreiben, die von China bis zur DDR gefertigt wurden. Mehr Tote als alle Atombomben haben die „Kalaschnikows“ gefordert. Der Erfinder wurde im November 2009 90 Jahre alt; er lebt, hochdekoriert als „Held der Russischen Föderation“, im heimatlichen Ishewsk.

Ein Radiofeature in SWR 2 „Wissen“ – das Foto gehört zur Webseite, auf der das Feature bei SWR 2 zu hören und herunterzuladen ist – befasst sich mit der Waffe, ihrer deutschen Vorgeschichte und den Bemühungen, den weltweiten Handel mit solchen Mordinstrumenten zu begrenzen.

Diese Bemühungen haben bislang wenig gefruchtet, Ishmasch produziert weiter, der Waffenhandel – ob legal oder illegal – floriert buchstäblich grenzenlos. Was wäre zu tun? Immerhin gibt es eine internationale Kampagne, die sich um die Kontrolle des Handels bemüht: CONTROL ARMS. Sie zu unterstützen ist wirklich sinnvoll.

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