Totgefördert: deutsche Filme


Wer das ganze Elend der deutschen Filmproduktion in nuce sehen wollte, hatte dazu gestern Abend die Gelegenheit: Filmemacher, die das Ausfüllen von Formularen zur Filmförderung so perfekt beherrschen wie die Pflege von Beziehungen zu öffentlich-rechtlichen Kulturverwesern durften zeigen, wie Konflikte durch Scheinkonflikte, Menschen durch konstruierte Pappkameraden, Welt durch bemühte, sterbenslangweilige, bestenfalls routinierte Kulisse ersetzt wurden.
Nach den vier Stunden von 20:15 bis 20:45 hatte ich schon aufgegeben, weil 1:1-Naturalismus-Versuche in Abwesenheit jeglichen filmischen und schauspielmethodischen Grundwissens zu nichts als tödlicher Langeweile führen (wir reden jetzt gar nicht davon, dass sich ein Autor bzw. Regisseur in irgend einer Form um seine Figuren, Schauspieler, Zuschauer bemühen sollte, weil davon schlechterdings nichts erkennbar war).
Dominik Graf darf sich rühmen, seine Kriminalfilmroutine danach locker ohne den mindesten Bezug zu den Besonderheiten der Region abgefeiert zu haben. Der letzte Beitrag dieser abendfüllenden Absage an filmische Intelligenz, an Humor, Stil, Schauspielerführung hat mich – na klar: vollkommen subjektiv und durch keine Expertise deutscher Feuilletons untermauert 😀 – darin bestärkt, die Glotze einfach nicht mehr einzuschalten. Leider muss ich trotzdem weiterhin Gebühren zahlen und der Entstehung derart bemühter Schrottproduktionen Vorschub leisten.
Der Thüringer Wald ist trotzdem nicht nur eine Reise wert.

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