Anspruch


Bundesarchiv, Bild 102-10447 / unbekannt / CC-BY-SA

Bundesarchiv, Bild 102-10447 / unbekannt / CC-BY-SA

Ach, du wolltest Goethe gleichen
Einstein, Mozart oder Che
Wähntest, alles zu erreichen
Fliegend und auf hoher See
Fahnen schwenkend in den Straßen
Nächte wachend im Labor
Kamst du dir so wichtig vor
Während Sachen dich besaßen
Während Menschen dich vergaßen.

Ach, du kannst dich selbst nicht sehen
Jeder Spiegel lügt dich an.
Deine Frau will nichts verstehen
Von dem Kindertraum im Mann.
Zeit und Leid ziehn tiefe Rinnen
Durch die Stirn, vom Kinn zur Nase
Und du ahnst: die letzte Phase
Deines Lebens will beginnen.
Du beginnst, dir nachzusinnen.

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3 Antworten zu “Anspruch

  1. Wie immer triffst du auch in diesem Gedicht genau den richtigen Ton. Kann es einen größeren Erfolg geben, als dass der Leser sich durch scheinbar leicht daher wehende Verse ertappt fühlt?

  2. Schade, lieber Lothar, dass Du gestern nicht dabei sein konntest: Ein wirklich munterer und interessierter Freundeskreis der Literatur kam ins Erzählen. Solche „jazzartigen“ Improvisationen in Prosa (oder auch Versen) wollen wir zu einer Reihe mit dem Titel „Leben Lesen“ kultivieren. Vielleicht steuerst Du – solange nicht persönlich anwesend – übers Internet etwas bei?
    Das Motto findet sich auf http://lebenlesen.de

  3. Pingback: Anspruch | Südwestfunk – hören und sehen, was wird

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