Vergessene Sprache


Besser zuhören ...

Besser zuhören ...

Bitt euch, ihr edlen Damen, hohen Herrn
Wollt ab und zu mit uns die alte Sprache sprechen
Die aus dem Urlaut kommt, von Herkunft und Geburt.
Wollt nicht das ängstliche Gestammel unterbrechen
Das keiner Taktik unterworfen wurd.

Bitt euch: gestattet manche rauen Töne
Und lasst dem Schmerzgeplagten seine Litanei
Das Wahre ist ganz sicher nicht das Schöne
Wo Schöntun herrscht, Doktrin und Heuchelei.

Die Rede dient dem Zweck, die Sprache ist –
Wie Leben selbst – so krumm und wild und frei.
Nehmt nicht für Sprache ihr gefrornes Bild
Hört auf die Laute, formlos, frei und wild
Vergesst, was ihr schon lange von uns wisst
Habt nicht das letzte Wort, sucht nicht nach letztem Schrei
Hört auf die Sprache, die sich selbst vergisst.

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Eine Antwort zu “Vergessene Sprache

  1. Ja, dieser oben abgebildeten älteren Frau möchte man gern zuhören; man sieht ihr die Geschichten an. Das Gedicht selbst, könnte sein? erinnert an (einen in die neuere Zeit übertragenen) Goethe. Am schönsten: die ersten zwei Zeilen der letzten Strophe – so sollte man schreiben.

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