Zug der Zeiten – ungefestigt


Alle Jahre, alle Monde
Zeigen mir die Wolkenzüge
Ihre sagenhaften Fratzen
Ihre kolossalen Schlachten
Rotdurchglüht und todesschwarz.
Wickeln mit lymphösen Binden
Klebrigfeucht die Frühlingsblüten
Wehen weg im kalten Ost.
Stauen sich zu Eisgebirgen
Mitten in der Sommerhitze.
Über den Gewittergipfeln
Schwingt die Sonne goldene Bänder
Und es tummeln sich die Nymphen
Nackt und rund an Brust und Hüften
Vor dem Mannsvolk in den Lüften.
So erschau ich, was ich lebe:
Ewig wiederholte Formen
Eine Welt verwehter Normen
Alles immer in der Schwebe.

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http://immediator.de/5331089baa0993e01/index.html

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Eine Antwort zu “Zug der Zeiten – ungefestigt

  1. Immo Sennewalds „Zug der Zeiten – ungefestigt“ ist ein glänzendes Beispiel sprachlich und menschlich reifer Lyrik, bildgewaltig und voller Symbolik. Die Mischung aus Endreimen und Waisen auf den sanften Wellen des vierhebigen Trochäus hält das Gedicht – im Einklang mit seinem Gehalt – auch klanglich in der Schwebe.

    Lieber Immo, ein ganz großes (nicht ganz neidloses, nichtsdestotrotz herzliches) Kompliment von Lothar Thiel

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